visarte wallis

Den eigenen Weg gehen

Denise Eyer-Oggier

VENTHôNE. Das Château de Venthône bietet regelmässig Oberwalliser Kunstschaffenden Gastrecht. Dieses Frühjahr ist es Denise Eyer-Oggier, die hier ausstellen kann.

Die Natischer Künstlerin wartet hier mit einer Auswahl ihrer neuen Gemälde auf. Die Vernissage geht heute Freitag ab 18.30 Uhr über die Bühne, die Werkschau dauert dann bis zum 29. April und ist jeweils von Freitag bis Sonntag zwischen 15.00 und 18.00 Uhr geöffnet.Seit vielen Jahren schon bereichert Denise Eyer-Oggier mit ihren Gemälden die Kunstszene. Zahlreich sind denn auch die Ausstellungen, mit denen sie im In- und Ausland an die Öffentlichkeit trat. In Form und Farbe ausdrücken, was sie fühlt und sieht–so liesse sich auf kleinen Nenner bringen, was Denise Eyer-Oggier in ihrem Atelier in Brig macht. Dabei setzt sie sich mit dem menschlichen Wesen und der Natur auseinander, stellt sich den Fragen, welche die Welt ihrer Bewohnerschaft stellt, ist stets auf der Suche nach Antworten. «Jeder hat einen Weg– und diesen eigenen Weg gilt es zu gehen», bemerkt sie. «Aber man weiss nie, wohin er führt», fügt sie hinzu.
wb
06. April 2018, 00:00

…ins kroatische Brig

Künstler von visarte.wallis mit Eindrücken ihrer Reise aus Protest ins kroatische Brig

Kunstaktion führte ins fremde Brig

Brig

BRIG-GLIS | Oberwalliser Künstler haben im kroatischen Brig eine Ausstellung realisiert. Die Idee dazu entstand aus einer kritischen Diskussion heraus zu den Vorgaben der Triennale Wallis 2017. Wichtige Entscheidungsträger seitens kantonaler Kulturpolitik fehlten am Samstagabend im Zeughaus Kultur. Staatsrätin und Kulturdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten liess sich immerhin entschuldigen.

Es ging bei der Veranstaltung einerseits um die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle des Künstlers im heutigen Kulturbetrieb. Dies im Nachgang zur Manifestation von Oberwalliser Kunstschaffenden in Martinach anlässlich der Vernissage der Triennale 2017 Ende August. Die Oberwalliser Künstler hatten dort auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht und als Ziel mehr Anerkennung und Wertschätzung für ihr Schaffen gefordert. «Was hat die Aktion gebracht? Wo stehen wir, was haben wir erreicht und wohin wollen wir?», standen denn im Zeughaus als zentrale Fragen im Raum.

Dabei merkte man: Die Künstler haben mit Unterstützung Medienschaffender einen Stein ins Rollen gebracht. Abschliessende Antworten konnten sie keine liefern. Es seien zumindest Kontakte geknüpft worden mit den Kulturverantwortlichen. Es gilt, am Ball zu bleiben, um es im Sportjargon auszudrücken. Sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen, wäre falsch. Denn viel Nachhaltiges ist noch nicht erreicht. Immerhin steht ein Treffen mit der Staatsrätin und dem Dienstchef für Kultur an.

70 von 120 Einwohnern waren am Fest in der Ferne dabei

Reisen als zentrales Thema der Triennale inspirierte auch die Oberwalliser Kulturschaffenden. Dies bezeugten Koffern auf der Bühne. Diese waren mit anderen Werken und Künstlern ins kroatische Brig gereist.

Im Zeughaus hörte und sah man Eindrücke dieser Kunstreise ins kleine Dorf mit seinen 120 Einwohnern. Den Kunstschaffenden war dabei ebenfalls wichtig, ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Gegen 70 Personen nahmen im fremden Brig am Fest zur Ausstellung OD BRIG – DO BRIG mit Wein und Raclette teil. Ein viel gehörter Vorwurf in Kulturkreisen lautet, dass Künstler nur in der Fremde wahrgenommen werden. Deshalb und weil sie an der Triennale zu kurz kamen, hatten sie die Reise unternommen.

Denise Eyer-Oggier führte gemeinsam mit Helga Zumstein durch den Abend. Sie gaben sich zufrieden mit dem Echo. Und erklärten als ein wichtiges Hauptziel, dass an der Triennale Wallis 2020 auch Oberwalliser zum Handkuss kommen.

Walliser Boter 16.10.2017

Spurlos vorhanden

Manifestation von Kunstschaffenden aus dem Oberwallis

Die Koffer zurückgelassen

Eine Handvoll Oberwalliser Kunstschaffender hat am Samstag an der Vernissage der Triennale 2017 ein sichtbares Zeichen gesetzt. Mit alten Koffern samt Aufklebern und einem Schriftzug. Ihr erklärtes Ziel: mehr Anerkennung und Wertschätzung für ihr Schaffen. Grund für die recht kurzfristig auf die Beine gestellte Aktion war, dass kein einziger Oberwalliser Künstler an der Triennale rund um die Autobahnraststätte dabei ist. 30 Künstler aus dem Unterwallis, der Restschweiz und dem Ausland sind dort vertreten und stellen ihre Werke in diesem doch eher widersprüchlichen Umfeld aus. Die A9-Autobahnraststätte ist Hauptort der vierten Triennale für zeitgenössische Kunst.

Staatsrätin und Kulturdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten gibt sich im WB-Interview überrascht über den speziellen Standort und das Manifest der Künstler aus dem Oberwallis. Die Kuratoren hätten für diese Triennale so entschieden, und vor drei Jahren in Turtmann seien die Oberwalliser gebührend zum Zug gekommen. Sie rät den Künstlern: «Sucht das Gespräch und macht nicht die Faust im Sack.»

Walliser Bote 28. August 2017

mehr dazu: WB Stammtisch und SRF Regional

Begegnungen mit Kunst

…gehen fast durchwegs in Galerien über die Bühne. Und nicht oft ist dort zu treffen, wer diese Kunstmachte.

Logisch ist, dass nicht jeder Kunstschaffende eine Ausstellung lang in einer Galerie zu weilen vermag, dass er dort Interessierten ständig Rede und Antwort stehen kann. Schliesslich müssen auch Künstlerinnen und Künstler arbeiten – auch in jenen Zeiten, in denen sie gerade irgendwo ihr Schaffen präsentieren.

An zwei Tagen während sechs Stunden

Begegnungen der persönlichen Art mit Kunst und Kunstschaffenden – diese Möglichkeit bietet die Vereinigung «visarte.wallis» Kunstinteressierten diesen Herbst während dreier Wochenenden. Im Unter- und Mittelwallis gehören die diesjährigen «Tage der offenen Ateliers» bereits der Vergangenheit an, im Oberwallis
stehen sie vor der Tür: Sieben Künstlerinnen und Künstler sind es, welche am kommenden Samstag und Sonntag in ihren Ateliers auf Besucherschaft warten.
Glaskünstler Bernd Kniel in Naters, die Kunstmalerinnen Denise Eyer-Oggier in Brig und Helga Zumstein in Glis sowie der Künstler Gustav Oggier in Turtmann öffnen am Wochenende zwischen 12.00 und 18.00 Uhr ihre Ateliers; gleich drei Kunstschaffende – Heinrich Gartentor, Sabina Kaeser sowie Rittiner&Gomez – ermöglichen zur selben Zeit Kunstfreundinnen und -freunden in den Räumlichkeiten des ehemaligen Hotels Post in Turtmann Einblicke in ihr kreatives Schaffen.

Wie eine Idee auf die Leinwand kommt…

Sehen, wo Kunst das Licht der Welt erblickt, riechen, was Farbtuben und Malmittel so an Geruch verbreiten, sich erklären lassen, wie eine Idee den Weg auf die weisse Leinwand findet, ins Gespräch kommen mit Leuten, die Kunst machen – all dies ist am Samstag und Sonntag angesagt.
Was dabei garantiert werden kann: Persönliche Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern sind stets anregend und bereichernd – und wer den Kunstschaffenden persönlich kennenlernen durfte, sieht dessen Werke dann später ein wenig anders als bis anhin.

walliserbote