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Die Natur liefert genug Themen

BRIG-GLIS. «Die Natur liefert genug Themen, die mich reizen», sagt Herbert Theler. Wie sich seine Naturimpressionen in Bilder umsetzen, ist momentan in Brig-Glis zu sehen.
Die Vermögensverwaltung von Graffenried ist es, welche in ihren Räumlichkeiten 28 Gemälde von Herbert Theler zeigt. Zwei Drittel dieser Werke sind jüngeren Datums, also neue Bilder.
Mit dieser Ausstellung im Briger Perrighaus nimmt von Graffenried das 20. Jahr ihrer Reihe «Art and Banking» in Angriff. Sie tut dies mit jenem Künstler, den Initiant Stefan Williner als «Wegbereiter unseres Konzepts» bezeichnet und der 1999 mit seinen Werken diese Reihe eröffnete. Also mit Herbert Theler.

Herbert Theler

«Konzept ist erfolgreich und hat sich bewährt»

An die 40 Künstlerinnen und Künstler hatten bis anhin Gelegenheit, im Perrighaus ihre Werke zu zeigen. Mit den lichtdurchfluteten und hohen Räumlichkeiten finden deren Gemälde hier eine ideale Bühne. Diese Ausstellungen dauern jeweils zwischen sechs und zwölf Monate und sind selbstverständlich öffentlich zugänglich. Zu sehen sind jeweils Werke regionaler und lokaler Kunstschaffender. Wer dies jeweils ist, wird im internen Kulturausschuss mit beigezogenen Kennern jeweils festgelegt.
«Das Konzept ist erfolgreich und hat sich bewährt», zieht Stefan Williner denn auch Bilanz. Auch mit dem Besuch der Ausstellungen sei man zufrieden, fügt er hinzu. Oft seien es Gruppen, die hierherkämen–und auch für ihre Kundschaft seien diese Begegnungen mit Kunst immer interessant. «Sie wissen es zu schätzen», betont er.
«Sanftere Art von Ausstellung»
«Hier auszustellen oder in einer Galerie–das ist schon nicht dasselbe», hält Herbert Theler während unseres Gesprächs im Perrighaus fest. In einer Galerie würden die Ausstellungen weniger
lang dauern, die Besuche würden ganz gezielt stattfinden, bemerkt der Künstler. Kurz und intensiv–so liesse sich dies in kleinen Nenner kleiden. Und wie &bs;ist es denn hier im Perrighaus? «Hier kannst du verschiedene Räume mit deinen Werken thematisch gestalten, diese Räumlichkeiten sind ideal fürs ‹stille Betrachten›–und es kommt immer wieder zu überraschenden Begegnungen», führt er aus.
Diese schönen Räume würden eine Art «geschützten Rahmen» bilden, fährt Herbert Theler fort und spricht von einer «sanfteren Art von Ausstellung». Was er zudem betont: «Derartige Ausstellungen bieten auch für die Kundschaft eine interessante Abwechslung.» Dass damit Galerien konkurrenziert würden, glaubt er nicht. «Und dass sich ein Finanzinstitut nicht nur mit Geld, sondern auch mit Kunst befasst, ist doch gut», fügt er hinzu.
«Was rauswill, muss raus»
Wer das künstlerische Schaffen von Herbert Theler kennt, der weiss: Stillstand ist nicht sein Ding. So wagt er sich immer wieder an neue Techniken, hält in verschiedensten Formaten fest, was er draussen in der Natur sieht und empfindet.
Regelmässig ist er denn auch in seinem Atelier am Malen. «Zeit dafür habe ich–und mein Interesse daran ist immer noch gross», erklärt er. Vorab Landschaften und immer wieder Bäume sind es, die Einlass in seine Bilder–Acryl auf Leinwand oder Gouache auf Papier– finden. «Was rauswill, muss raus»–so liesse sich beschreiben, was abläuft, wenn sich Herbert Theler ans Werk macht. Dabei entstehen schöne Bilder, die zuweilen geheimnisvoll daherkommen, zuweilen auch viel Ruhe und Harmonie verströmen. Und in hektischen Zeiten wie Oasen zu wirken vermögen.
Lothar Berchtold

Od Brig Do Brig

Video von Bernd und Benjamin Kniel

Johannes Loretan – im La Poste

johannes Loretan

Johannes Loretan zeigt seine Bilder auf Einladung von Kunstforum Oberwallis im Eingangsbereich sowie im Foyer des Visper Kultur- und Kongresszentrums La Poste. Diese Ausstellung dauert bis zum 28. Februar 2018.Sie steht Interessierten jeweils von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 12.00 Uhr sowie von 13.30 bis 17.30 Uhr offen; die Werkschau kann zudem während Anlässen im «La Poste» besichtigt werden.

…ins kroatische Brig

Künstler von visarte.wallis mit Eindrücken ihrer Reise aus Protest ins kroatische Brig

Kunstaktion führte ins fremde Brig

Brig

BRIG-GLIS | Oberwalliser Künstler haben im kroatischen Brig eine Ausstellung realisiert. Die Idee dazu entstand aus einer kritischen Diskussion heraus zu den Vorgaben der Triennale Wallis 2017. Wichtige Entscheidungsträger seitens kantonaler Kulturpolitik fehlten am Samstagabend im Zeughaus Kultur. Staatsrätin und Kulturdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten liess sich immerhin entschuldigen.

Es ging bei der Veranstaltung einerseits um die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle des Künstlers im heutigen Kulturbetrieb. Dies im Nachgang zur Manifestation von Oberwalliser Kunstschaffenden in Martinach anlässlich der Vernissage der Triennale 2017 Ende August. Die Oberwalliser Künstler hatten dort auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht und als Ziel mehr Anerkennung und Wertschätzung für ihr Schaffen gefordert. «Was hat die Aktion gebracht? Wo stehen wir, was haben wir erreicht und wohin wollen wir?», standen denn im Zeughaus als zentrale Fragen im Raum.

Dabei merkte man: Die Künstler haben mit Unterstützung Medienschaffender einen Stein ins Rollen gebracht. Abschliessende Antworten konnten sie keine liefern. Es seien zumindest Kontakte geknüpft worden mit den Kulturverantwortlichen. Es gilt, am Ball zu bleiben, um es im Sportjargon auszudrücken. Sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen, wäre falsch. Denn viel Nachhaltiges ist noch nicht erreicht. Immerhin steht ein Treffen mit der Staatsrätin und dem Dienstchef für Kultur an.

70 von 120 Einwohnern waren am Fest in der Ferne dabei

Reisen als zentrales Thema der Triennale inspirierte auch die Oberwalliser Kulturschaffenden. Dies bezeugten Koffern auf der Bühne. Diese waren mit anderen Werken und Künstlern ins kroatische Brig gereist.

Im Zeughaus hörte und sah man Eindrücke dieser Kunstreise ins kleine Dorf mit seinen 120 Einwohnern. Den Kunstschaffenden war dabei ebenfalls wichtig, ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Gegen 70 Personen nahmen im fremden Brig am Fest zur Ausstellung OD BRIG – DO BRIG mit Wein und Raclette teil. Ein viel gehörter Vorwurf in Kulturkreisen lautet, dass Künstler nur in der Fremde wahrgenommen werden. Deshalb und weil sie an der Triennale zu kurz kamen, hatten sie die Reise unternommen.

Denise Eyer-Oggier führte gemeinsam mit Helga Zumstein durch den Abend. Sie gaben sich zufrieden mit dem Echo. Und erklärten als ein wichtiges Hauptziel, dass an der Triennale Wallis 2020 auch Oberwalliser zum Handkuss kommen.

Walliser Boter 16.10.2017